Ein " verhagelter " Saisonauftakt in den
bayerischen Voralpen
Als Saisonauftakt für 2009 plante ich eine Tour in die Bayrischen Voralpen, zur Tutzinger Hütte (1327 m ). Im Internet war zu
sehen, dass die Hütte im März von einer Lawine getroffen
wurde. Viele fleissige Helfer schafften es jedoch bis Ostern
den Betrieb wieder aufzunehmen. Das fängt ja schon gut an.
Am 01. Mai trafen die Bergkameraden / innen Klaus Reukauf,
Elvira List sowie Barbara Flämig, Eilleen Flämig, Michael
Witzel und Steffen Weibrecht in Benediktbeuern, einem
Talort unseres Tourenzieles,der Tutzinger Hütte ein. Einen Tag zuvor stieg bereits Fam. Fernkorn mit Enkelchen
zur Hütte auf.
Die Aufstiegsroute führte durch das schöne Lainbachtal,auf
einem gut begehbarem Fahrweg, der gemächlich steigend
entlang dem Wildbach führt. Während des Aufstieges
konnte man sich an einer Anzahl invormativer Lehrtafeln
über verschiedenste Bereiche des Natur -und Umwelt-schutzes informieren.
Ab der priv. Söldneralm wechselt die Route auf einen steinigen, steilen Bergpfad bis zum Gurnmoos, hier
folgt man wiederum einen Fahrweg bis an die Materialseilbahn der Hütte. Nun wurde der weitere Anstieg schwieriger, auf schmalen schmierigen Serpentienen,
die teils mit Altschnee bedekt waren ging es steil zur Hütte
empor. Gegen Ende führte der Weg dann ausschließlich
über sulzigen Altschnee.
Im Bereich der Tutzinger Hütte war dann das wahre Ausmaß
des Lawinenschadens zu sehen. Die benachbarte Almhütte, welche auch als zusätzliches Bettenlager genutzt wurde, ist
bis auf die Grundmauern völlig zerstöt, die Außenfassade
der Tutzinger Hütte hatte ebenfalls einiges abbekommen.
Der Gastraum war abgeteilt, da die Fenster noch zerstört
waren.
In der Hütte war dann unsere Truppe komplett , Benno
berichtete uns dann von den Ereignissen der vergangenen Stunden. Der Versuch auf den Gipfel der Benediktenwand
1800 m zu steigen endete in einem steilen, sulzigen
Schneefeld. zurück auf der Hütte riet dann obendrein die
dort zur Zeit tätige Bergwacht, davon ab
(auf Grund der
aussergewöhnlichen Schneelage) weitere Versuche zu unternehmen. Lawinengefahr!
Von derart "Tiefschlägen" lasse ich mich doch nicht
entmutigen, so strich ich kurzerhand den Benediktenwandgipfel und plante eine Tour die den Berg westlich im Bereich
Glaswandscharte umgeht und südseitig auf Weg 471 Richtung
Grasskopf 1522 m führt. Dann sollte es weiter zur Bayernhütte
bzw. Tölzer Skihütte gehen. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch
recht optimistisch, dass es funktionieren würde, da südlich
exponiert mit wenig Schnee zu rechnen war.
Gut gelaunt bei Riesenschnitzeln und Weissbier etc.ließen wir
den Abend gemeinsam ausklingen.
Mitten in der Nacht dann der Schock, ein mächtiges Gewitter
mit starken Regen schreckte uns aus dem Schlaf und verhieß
für den Folgetag nichts gutes.
So war es dann auch, die umliegenden Berge in dichte Wolken
gehüllt , hässliche Regenschauer und Gewittergrollen.
Beim Frühstück besprachen wir den weiteren Ablauf und kamen
dann recht schnell zu der Erkenntnis , dass eine Bergtour völlig
ausgeschlossen ist . Wir entschieden uns schweren Herzens
abzusteigen, einen ganzen Tag nur in der Hütte zu "hocken"
hatten wir echt keine Lust.
Der Hüttenwirt zeigte sich jedoch recht intollerant und grandelig
vor allem Fam. Fernkorn gegenüber, ist so nicht die feine Art.
Wir nutzten zum Abstieg den Weg über die Kohlstattalm, der
zum grossen Teil durch ein schmales , wildromantische
Bachtal führt . Danach ging es wieder entlang eines Fahrweges
zurück zum Ausgangspunkt, dem Alpenwarmbad.
Am Auto angekommen wurden wir wieder von einem schweren
Gewitterhagelguss heimgesucht , ein Wetter zum vergessen.
Mein Saisonauftakt viel leider ins Wasser, bleibt nur zu hoffen
dass meine Tour in den Loferer Steinbergen im Sommer
bei besserm Wetter stattfindet.